Küche von Starkstromhippie

Die Farbe meiner eigenen Beerdigung

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arbenfroh soll sie werden, meine eigene Beerdigung.  Nicht ganz der Titel und  Einleitungssatz, den ihr erwartet hattet, oder? Ich gebe zu – Küchenbild und Tod sind eine ungewohnte Kombination. Doch bei dem Anblick des Bildes sagte eine Stimme in mir plötzlich: „Ich will auf meiner Beerdigung kein Schwarz sehen, sondern satte Farben wie in meiner Küch!“ Und das Gedankenkarussel drehte sich Runde um Runde weiter und ich begann fieberhaft zu überlegen, wie ich mir meine eigene Beerdigung vorstelle.

Seien wir ehrlich. Beerdigungen kümmern die Toten nicht. Sie sind viel mehr ein Ritual für diejenigen, die wir zurücklassen. Und ich persönlich möchte, dass sich dieses Zurücklassen trotz Trauer freudvoll und farbenfroh anfühlt. Es soll mein Leben widerspiegeln und nicht Produkt einer „Das muss aber so“Gesellschaft sein.

Und aus diesem Grund wird es an meiner Beerdigung ein Meer aus Blumen geben. Keine Samtdecken, kein Plastikfiskus, keine Grabkerzen. Jeder bekommt ein kleines Anstecksträußchen – oder noch besser, ein Kranz aus Blumen fürs Haar. Keiner soll schwarz tragen, sondern lieber farbenfrohe Kleidung wählen. Eine steife Trauerrede von einem Pfarrer, der mich nicht kannte – die will ich auch nicht. Lieber lasse ich meine Freunde und Familie die Worte finden. Und schreibe ein paar Zeilen vor für einen freien Redner. (Ich bin zwar religiös erzogen, doch alle kirchliche Trauerreden die ich bis dato gehört habe – und es waren einige, wurden in meinen Ohren nie der Situation gerecht.) ⠀⠀⠀

Ist es Sommer, möchte ich, dass alles draußen stattfindet… Und abschließend? Da gibt es ein großes Fest! Mit vielen Köstlichkeiten, Getränken und natürlich Schampus.  Denn ich möchte, dass die Traurigkeit durch Fröhlichkeit bestimmt wird. Anstoßen sollen sie! Auf die schönen Momente, die wir gemeinsam erlebt haben. Und feiern, dass unsere Lebenswege sich gekreuzt haben.

4 Comments

  1. Dein Wort in Gottes Ohr. So sehe ich mich auf den vergangenen Beerdigungen geliebter Menschen stehen und frage mich „wieso trage ich nicht Grün“. Ja ich musste mir meistens ja noch irgend etwas Schwarzes kaufen. Da hängt dieser eine schwarze Parker in Deinem Schrank der liebevoll den Namen „Beerdigungsmantel“ trägt. Makaber!? Ja aber natürlich! In manchen Regionen feiert man im Anschluss an die Beisetzung sogar einen „Leichenschmaus“ – fürchterlich! Ein Hoch auf Traditionen.
    Dabei ist der Gedanke doch gar nicht so absurd. Ein Hoch auf diesen Menschen. Ein Hoch darauf, dass er sein Leben geteilt hat. Lasst uns lachen und fröhlich sein 🎈
    Toller Beitrag @starkstromhippie

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    1. Liebste Däina,
      du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich über deinen Kommentar gefreut habe. Und insbesondere die Erwähnung des „Leichenschmaus“ hat in mir sofort die ein odere andere Erinnerung wach gerufen. Meist von trockenem Streuselkuchen und viel zu dünnem Kaffee.
      Ich bin dafür, dass diese Traditionen – die übrigens früher ganz anders aussahen – endlich mal ein MakeOver erfahren! Bald werde ich sogar mit einer Bestatterin über das Thema sprechen und bin schon unfassbar auf dieses Treffen gespannt!
      Viele Grüße, Astrid

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  2. Ich liebe es Deine Texte zu lesen.. man vertieft sich da so drin und genauso habe ich auch mal über meine Beerdigung nachgedacht.
    Wunderschöne Texte Astrid 🙂 jetzt habe ich aber noch eine Frage. Wie bist du auf den Namen Starkstromhippie gekommen ? 🙂

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    1. Liebste Viola! Vielen lieben Dank für deine Worte! Du glaubst gar nicht, wie sehr sie mich zum Strahlen bringen. 🙂

      Der Name verbindet eine Fülle von Dingen für mich. Einerseits, den Wunsch das Leben freier – eben wie ein Hippie – zu leben und es mehr zu lieben. Und andererseits eine Hommage an mein Dasein als Amateurfunkerin. 😉

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